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Trüffel im Einheitsbrei

Auf leisen Pfoten - KATZE sind die Gewinner!

Aber alle Nominierten der ersten Trüffelawards sind es wert, dass wie sie Ihnen hier noch einmal kompakt präsentieren. Aktuell präsentiert kulturkueche.de übrigens die Kandidaten für die Vergabe der Kulturtrüffel 2008.

ABBA Jetzt (Zwei Sänger im Frack und ihr Pianist pflegen eine köstliche Liebe-Hass-Beziehung zu einer legendären schwedischen Pop-Gruppe, bekriegen sich auch schon mal scheinbar untereinander - entdeckt im BKA-Theater)

Ane Brun (Songwriterin aus dem hohen Norden, gesehen im Magnet , mittlerweile hat sie ihrem Debüt "Spending Time With Morgan" einen Nachfolger hinterhergeschickt Auch "A Temporary Dive" erschien bei V2 Records / rough trade)

Anna Samuil (Die "Violetta" unter den Sängerinnen. Mera Opera! Mera Anna!!! Ensemblemitglied an der Lindenoper, die junge Sopranistin wurde 1976 geboren und graduierte als Violinistin und Opernsängerin am Moscow State Tchaikovsky Conservatoire)

BILDblog (Die zahllosen Korrekturen zu dem verdummenden Müll einer sattsam bekannten großen Boulevardzeitung sind vielleicht das wichtigste Angebot im deutschsprachigen Web. Im Sinne einer ausgeprägten Streit- oder Informationskultur) 

Carl-Einar Häckner (bei diesem Clown sind Freunde des Brach-ialhumors gut aufgehoben: neben einem Rachmaninowkonzert, bei dem Mundharmonikas verschluckt werden, fließt reichlich Blut - sein letzter Auftritt in der "Scheinbar" war besonders köstlich)  

Corinna Waffender (Klare, spröde Prosa, punktgenaue Beobachtungen, betörende Liebesgeschichten. Sehr eigensinnig und fesselnd; unter anderem erschien im Querverlag "Zwischen den Zeilen")

Dorky Park (Constanza Macras und ihr Ensemble haben das moderne Tanztheater ganz neu erfunden - im Hebbel am Ufer ist die Berliner Formation demnächst im Rahmen des Festivals "Tanz im August" mit der Premiere von "No Wonder" zu sehen)

Eleni Mandell (Gibt es zu Country eine Alternative? Ja, seit ihrem Konzert im Cafe Zapata wissen wir wie diese Alternative heißt: denn sie befreit mit melancholischen Melodien und tiefsinnigen Texten den Country von seinem konservativen Südstaaten-Image)

Erika Stucky (Die schräge Schweizerin hat eine Vorliebe für kunterbunten Stilmix und absurden Humor. Bekannte Popsongs von Sting bis Jackson werden seziert und mit einer neuen Identität, einem überraschendem Soundgewand zusammengesetzt)

Esther Kaiser (Jazzgesangstudium bei Jiggs Whigham und Judy Niemack an der Berliner HfM "Hanns Eisler“, vielleicht Deutschlands hoffungsvollste junge Jazzstimme, zuletzt gesehen im b-flat, auf CD dokumentiert vom Label Double Moon Records)

Hubert Sauper - (legte mit dem Dokumentarfilm „Darwins Nightmare“ den Finger in die Wunde des verheerenden Bündnisses multinationaler Fisch- und Waffenindustrien, studierte Regie in Wien und Paris - und ist heute auch als Dozent tätig)

Ins A Kromminga (Beklemmend eindringliche Arbeiten zum gesellschaftlichen Umgang mit Intersexuellen, die den Betrachtenden in ihrer Verschlossenheit und Intimität meist einen distanzierten Zugang verwehren ) 

Jan Henrik Stahlberg ("Es gibt keine größere Quelle von Freude, als ein Riesenarschloch zu spielen" - dass er das kann, bewies er unter anderem in Muxmäuschen Still und den nicht minder sehenswerten Absurditäten in Science Fiction

Jorane (27-jährige Sängerin, Songwriterin und Cellistin, irgendwo zwischen Kammermusik, Worldsound, Rock und Wave angesiedelt- für alle die es noch rechtzeitig lesen: am 19. Juli gastiert sie im nun hoffentlich endgültig geretteten Tränenpalast)

Julia Fischer (2004 veröffentlichte PentaTone ihre erste CD: Russische Violinkonzerte mit Yakov Kreizberg und dem Russischen Nationalorchester, neben Konzerten der klassisch-romantischen Epoche, interpretiert sie Berg, Glasunow und Schostakowitsch)

Katharina Franck (schon in den 80er Jahren erfolgreich in der Formation Rainbirds, nominiert ist sie hier aber für die "Erfindung" und Umsetzung von gesprochenen Popsongs mit denen sie zuletzt im Tipi atemberaubende Auftritte hinlegte)    

Katze (Punkx not dead! Klaus Cornfield - Ex-Mastermind der Formation „Throw that Beat in the Garbagecan“, Minki Warhol und Ufo Stowotz bieten freche, flockige Texte und spielen viele verrückte Instrumente: am 25. Juli ist Release Party im Rosi's)

Leo Bassi (Erklärte Feindbilder des Italieners sind, neben Bush und Coca-Cola, Golfspieler, die er mit Eiern bewirft, und Typen, die beispielsweise durch Logos auf ihren T-Shirts für Großkonzerne Werbung laufen. Denen schneidet er Löcher in die Klamotten)

Lila Downs (Die Frida Kahlo der mexikanischen Musikszene, auf ihrem jüngsten, bei in-akustik erschienen Album „Una Sangre / One Blood“ zeigt sie sich von ihrer politischen Seite. Doch auch Spaß und Poesie kommen dabei nicht zu kurz.)

Lola Naymark (zuerst gesehen in einer kleinen Rolle in "Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran", unvergesslich seit ihrem Auftritt als "Perlenstickerin", einem Drama über zwei Frauen, die eine ungewöhnliche Freundschaft aufbauen)

Lorenzo Ghielmi (Traumwandler auf den Spuren des authentisch-en Klangs, auf seiner zuletzt bei Winter & Winter erschienenen Platte stellt der italienische Cembalist dem Orgelbüchlein Bachs den Romantiker Johannes Brahms gegenüber)

Lubna Azabal (feuriger Filmexport aus Frankreich, zuletzt in "Paradise Now" und "Exils", wo sie als junge Emigranten aus Paris eine lange Reise zu ihren eigentlichen Wurzeln in Algerien, den Weg der Flucht rückwärts antrat)

Lunika (tagträumerischer Elektropop : Kira Winter (Gesang), Alexander Istschenko (Live-Elektronik, Gitarre), Pegman (Gitarre) und Bodo Goldbeck (Kontrabass / Elektrobass) aus Berlin, am 30. Juli live und sogar umsonst am Oststrand zu genießen)

Marco Tschirpke (Seine skurrilen Songminiaturen sind lustig, provozierend, manchmal herrlich unter der Gürtellinie, und fast immer deutlich unter einer Minute - entdeckt vor wenigen Monaten in der ufa-Fabrik in Tempelhof)

Maria Bonnevie (Nordische Filmhoffnung mit klangvollem Namen - die letzten Monate in "Reconstruction" und "Ich bin Dina" zu sehen: "Für mich war die Verkörperung von Dina auch eine Lektion darin, wie man sein Leben leben sollte. Nämlich hier und jetzt)

Maria Solheim (Die Norwegerin wirkt immens bescheiden, hat eine feine, äußerst charmante Stimme und schreibt wunderbare Balladen über Züge unter Wasser, eigene Kindheitserlebnisse und skandinavischen Lokalkolorit. Am 25.09. live im Maschinenhaus)

Nikolaj Lie Kaas (Der "grüne Fleischer" auf dem Weg nach Hollywood: "Es ist in Dänemark schon so weit gediehen, dass, wenn man einen Film mit dem Dogma-Begriff bewirbt, die Leute in Scharen aus dem Kino laufen", zuletzt in "Old Men in new cars")

Nouvelle Vague (Was kommt heraus, wenn man Punk- und New Wave Klassiker im Bossa Nova Stil interpretiert? Die französische Combo spielt mit den Implikationen ihres Namens und hat hörbaren Spaß daran - live in Berlin zuletzt in der Kalkscheune)

Olinka Orphea & Band  (offiziell machen sie Kammerpop, in Wahrheit eine Mischung aus slowakischer Folklore und munteren Coverversionen von Queen- und Madonna-Hits, angereichert mit abstrusen Gedichten und einer Menge Osteuropacharme)

Paul Armfield (Wer ihn im Cafe Zapata erlebte, ahnt was der Spiegel mit "feiner Jammerlappen- und Trinker-Musik" meint. Fein ist wirklich der richtige Begriff, wenn man des Briten Folk Noir und Northern Soul mit einem Wort zusammenfassen müsste)

Prime Time Theater (Mit der Sitcom „Gutes Wedding, schlechtes Wedding“ über das Treiben der Jugendlichen im Berliner Arbeiter-bezirk fing alles an, herrlich frisch auch mit "klassischen" Stoffen, und in Sachen Arbeitsplatzbeschaffung engagiert)

Petting ("Frankophiler Sixtiesbeat mit Quietsche-Orgelpop" wird dieser spielwütigen Band nur ansatzweise gerecht. Aber dies mit Rock'n'Roll und Punk experimentierende Phänomen lässt sich nur schwer in Worte gießen - tolle Release Party war im Roten Salon)

Philippe Jaroussky (Könnten Engel sprechen, klängen sie wahrscheinlich wie dieser französische Sänger - mit den “Virtuosen Kantaten” Antonio Vivaldis erinnerte an den Belcanto der legendären Kastraten des Barock) 

Rebekka Bakken (Die Frau, die wirklich alles singen kann. Who´s that girl? Ihre aktuelle, bei universal erschienene Platte überrascht mit Popballaden, in denen Jazzreminiszenzen lediglich am Rande vorkommen)

Romano Drom (Gypsies, Musiker, Nomaden des 21. Jahrhunderts - Gefühlsbetonter Roma-Pop mit lateinamerikanischer Note - das Budapester Quintet hat sich der Tradition der ungarischen Olah-Zigeuner verschreiben) 

Schneewittchen (Experimentierfreudiger Tastenmann und ver-führerische Unterweltgöttin mit herrlich markanter Stimme bieten Äpfel, Särge und dunkle Liedern über Liebe, Demütigungen und Selbstmordgedanken - demnächst wieder im BKA-Theater)

Sevara Nazarkhan (Die Entdeckung der Blue Nites 2004: usbekische Sängerin nimmt sich traditionellen Volksliedern und den Sufigesängen der Bauern und Nomaden an, interpretiert auch überlieferte Melodien der alten Stadtkultur der Tadschiken)

Sleepless Night (Ein Paar, das in einer unglaublich romantischen, erotischen Darbietung am Vertikalseil eine schlaflose, von Wachträumen verzauberte Nacht nachspielt - Entdeckung des 100., immer für Überraschungen guten Blauen Montags)

Souad Massi (Uneingeschränkte Königin der Tränen, dank einer von Transatlantico organisierten Tour auch im deutschsprachigen Raum bekannter geworden, als Teenager wuchs sie eher mit Rock und Pop auf, denn mit der traditionellen Musik ihrer Heimat)

Spider (Surfpoet mit wunderbarer Beobachtungsgabe - schreibt Geschichten über den so genannten kleinen Mann, hat spannende Ideen, wie man sein Geld für sich arbeiten lassen kann, aber vor allem trockenen Humor, regelmäßig mittwochs im Mudd-Club)   

Stipe Erceg (Trotz einer Rolle in „Die fetten Jahre sind vorbei“ ist der gebürtige Kroate noch lange nicht so bekannt, wie es sein Spiel verdient. Temperamentvoll, leidenschaftlich und extrem glaubwürdig sind nur einige seiner darstellerischen Qualitäten) 

Sue Foley (Die Lady hat den Blues! Eine der interessantesten Akustik-CDs der letzten 24 Monate stammt von ihr und erschien bei Rufrecords, live war sie zuletzt im Rahmen des Blues Caravan im Quasimodo zu erleben)

Sylvain Chomet (Der Mann zeichnet für den besten Animations-film der letzten Jahre verantwortlich, mittlerweile auf DVD erschienen. Allenthalben herrliche Karikaturen, nicht nur die Figuren, auch Gebäude und Gegenstände sind überzeichnet) 

Trio Fado (Vielleicht die beste Fado-Formation außerhalb Portugals. So schön kann nur Trauer sein! Ihre Klänge voller Sehnsucht und Melancholie entführen in die Altstadt Lissabons, wo schwer­mütige Stimmen den Weg durch die engen Gassen zeigen)

Viktoria Tolstoy (Kühle Blondine mit heißer Stimme. Auf ihrem aktuellen, bei ACT-Music erschienen Album erweist sie der Geschichte des „Jazz Made in Sweden“ eine ganz persönliche Reverenz)

Weber/Beckmann (Eine bewusst die herrlich verschrobene Möchtegern-Diva gebende modulationsfähige Frauenstimme und ein nicht mit sagenhaften Arrangements geizender Pianist besingen Goldfische, Rasensprenkleranlagen und Ikea-Wandschränke)