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Buch - 26.08.2010

Schleichwerbung zum Anbeißen?

Oliver van Essenberg: Lebensart genießen - Kurzkritik

Bamberg Stadt und Land hat mehr zu bieten als Dom und Bier – wohl wahr! Oliver van Essenberg, der mit „Lebensart genießen“ primär Gäste der Region bzw. frisch gebackene Oberfranken erreichen dürfte, meint namentlich eine „ausgeprägte Regionalküche, Kunst und Kultur in höchster Qualität, aber auch vorzügliche Möglichkeiten, um einzukaufen“. Reichlich bebildert und garniert mit einigen als launig bis profund zu bezeichnenden Gastbeiträgen (etwa vom Leiter des Brentano-Theaters oder der Direktorin der Villa Concordia), wirkt das Büchlein beim Durchblättern ansprechend. Doch nach und nach springen
einem zahlreiche Superlative und verklausuliertes Werbesprech ins Auge: Noch vergleichsweise harmlos wird eine Käserei mit „eine runde Sache“, der Text zu einer Metzgerei mit „Qualität, die für sich spricht“ überschrieben oder eine Brauerei mit „einzigartiges Ensemble“ angepriesen – da ist man als Leser erst auf Seite 35. Angesprochen darauf, was etwa ausgerechnet ein Unternehmen in Frensdorf zum „Klassiker unter den Landgasthöfen“ mache, während es im Bamberger Umland vergleichbare Läden in Hülle und Fülle gibt, führt der Herausgeber an, dass es ihm auf die Mischung aus idyllisch und modern,
aus Institution und Geheimtipp ankam, gibt aber auch zu, dass vom Großteil der hoch gelobten Gewerbetreibenden „Zuschüsse“ zur Entstehung des Buches flossen. Dass sich quasi jedermann einkaufen konnte, will van Essenberg es nicht genannt wissen.