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Advent 2009 - 18. Türchen - Geschenketest

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Keine Art Eiertanz

In Unterführungen, auf Plätzen, in Parks, in verkehrsberuhigten Straßen oder auch auf extra dafür hingestellten oder improvisierten Rampen und Stufen - an ihren angestammten Orten führen sich wie teils bereits ihre Eltern Jugendliche gegen-seitig ihre Skateboard-Künste und auch sonstige sportliche Herausforderungen vor. Aber längst nicht mehr nur für den Asphalt, auch für den Schnee oder für das Wasser sind "irgendwelche" Bretter populär und auch die "guten alten" Rollschuhe haben längst halsbrecherisch anmutende Nachfolger, die außer für die sportliche Betätigung zwischendurch, auch zum Posen geeignet scheinen. Wir haben ein Paar Freeline Skates für Sie getestet.

In ihrer Eigenwerbung werden sie als "perfekte Mischung" aus Snakeboard, Carver und Snowboard gepriesen: "Dieses Sportgerät ist für die Straßen und Plätze Deiner Stadt konstruiert; in der Ebene werden durch die schlängelnden Bewegungen überraschend hohe Geschwindigkeiten erreicht. Sogar Bergauffahren ist kein Problem. Dazu das sensationelle Fahrgefühl beim Carven, dem 'In-die-Kurve-legen' - die Freeline Skates sorgen dabei für ein konkurrenzloses Fahrvergnügen, mit dem Du rasend schnell zum König der Straße avancierst."

Ehe wir zu der Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit kommen, denn rasend schnell geht hier gar nichts, erst einmal ein paar Worte zum Produkt an und für sich. Ausgeliefert wird es in einem sehr unscheinbaren, schwarz-weiß bedruckten Karton, stünde der so irgendwo in einem Regal, wohl niemand der primären Zielgruppe wahrnehmen, was nicht daran liegt, dass die Jugend von heute kein Englisch beherrscht, wobei auch das gerade bei einem durchaus Sicherheitsfragen aufwerfenden Produkt immer wieder ärgerlich ist in unseren Augen: Infomaterial und Anleitungstipps sind diesen Teilen auch nur in der Sprache des "Big Brother" beigepackt.

Immerhin, und das ist unabhängig von Sprachfragen wirklich ein sehr guter Zug: dem Produkt liegt eine (allerdings eben wiederum englischsprachige) DVD bei, in der die ersten Schritte weitaus nachvollzieh-barer vermittelt werden, als wenn man dem ach so simpel anmutenden 3-Stufen-Plan auf Packung und Beiblatt folgt. Denn wenn man ohne den Lehrer, der einen mit unaufdringlichen Warnhinweisen vorführt, wie man sich mit den Dingern erst einmal vertraut macht, um nicht beim gleichdraufloslegen direkt auf die Schnauze zu fallen, startet, steht man zumindest auch als Heranwachsender wie der Ochs vorm viel zitierten Berg.

All unsere Tests mit vergleichsweise mutigen Erwachsenen oder ohnedies neugierigen Jugendlichen zwischen 10 und 15 Jahren verliefen nach dem geduldigen Anschauen des relativ kurzweilig gestalteten, insgesamt 10minütigen Videos sowohl frei von nennenswerten Blessuren als auch vor allem halbwegs mit Spaß, aber ganz schnell wurde auch klar - auch bei den sportlichsten jungen Menschen ist hier richtig viel Geduld gefragt. Denn auch wenn einem der DVD-Trainer die Angst nimmt, was wohl passiert wenn man strauchelt (wenn man richtig "abspringt" - wobei dieses Wort für den realen Vorgang hier viel zu dramatisch klingt) - an dieses absolut ungewöhnliche Fahrverhalten gewöhnt man sich garantiert nicht in weniger als 2, 3 Stunden, außer man gibt sich damit zufrieden, schlimmstenfalls mit fortdauerndem Festhalten an einem Geländer immer nur ein paar halbe Meter zu absolvieren. Genau so fängt man nämlich am besten an und tastet sich wirklich ganz langsam zu weiteren Fortschritten.

Das Fahren an sich ist nicht wirklich anstrengend auf diesen zwei voneinander unabhängigen Aluminium-Skates, die jeweils mit zwei äußerst robusten, extrabreiten Agressive-PU-Rollen (Durchmesser  72 mm), haltbaren Abec5-Lagern und - für mehr Standfestigkeit - Griptapes auf den Plates ausgestattet sind - wirklich nennenswert voranzukommen, oder gar Hänge hinunter zu sausen ohne mehr oder minder unfreiwillig abzusteigen, ist eine Kunst, die ein wenig Geduld und noch mehr Übung fordert. Auch wenn im Prinzip alles eine Frage der Gewichtverteilung und des gekonnten Abstoßens aus den Kniegelenken bei gleichzeitiger Spezialstellung der Füße ist. Wenn man den Dreh aber erst einmal richtig nachhaltig raus hat, ist der Spaß ziemlich groß. Und es werden Pläne geschmiedet wie mir Gewichtsverlagerung und Beindrehung geschmeidige Kurven gefahren werden können, wenn es bergab geht oder ob es tatsächlich möglich ist mit noch mehr Übung und dem perfekten Einsatz des Oberkörpers sogar bergauf zu fahren. In jedem Fall zur eigenen Sicherheit bitte beherzigen: Freelin Skates sind nur mit Schutzausrüstung zu benützen. Auch wenn das in der Halfpipe oder in der Roller-Disco vielleicht nicht die allercoolste Figur macht. Aber nur dann wird die Mischung aus halbiertem Skateboard und Inline-Skates ein ungetrübtes Spaßerlebnis, oder je nach Tempo ein kalkulierbarer Adrenalin-Kick.
 

FAZIT: Für knapp 130 Euro hatten wir die "flotten Sohlen" beim  Onlinehändler sowaswillichauch.de entdeckt - der Preis scheint uns in Relation mit anderen Weiterentwicklungen im Freizeit-sportbereich allerdings deutlich zu hoch. Noch dazu, hier ist wirklich viel geduld gefragt - "hopplahopp" wird hier ein Meister nicht vom Himmel sondern bestenfalls sanft auf die Nase fallen.

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Red.

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