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Advent 2009 - 22. Türchen - Geschenketest

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Cocktails zum Anbeißen

Vor gut zehn Jahren hat die Molekularküche Einzug in die hiesige Gastronomie erfahren: mit völlig neuen Geschmacks- und visuellen Erlebnissen. Und natürlich hat diese Veränderung in der Küche auch auf Bars abgefärbt: Stichwort Molekulare Mixologie. Wir haben für Sie mit Hilfe des cocktailPro-Sets herumexperimentiert.

Ein "Sex on the Beach" steht auf jeder Cocktailkarte. Die rotfarbige fruchtig-süße Verführung besteht da gemeinhin aus Ananassaft, Kirsch- oder Cranberrysaft bzw. Grena-dine, Orangensaft ggf. auch Zitronensaft, Pfirsichlikör und Wodka. Alles schön geshaked. Wie wär’s aber, wenn Sie Grenadine, Zitronensaft, Pfirsichlikör und Wodka mit so genanntem Cellulose-Pulver, das aus Pflanzenfasern gewonnen wird, und dem Fermentationsprodukt Xanthan mixen? Es entsteht eine auch für den sahnigsten Cocktail ungewohnt dickliche schaumartige Masse, die dann auf eine Mischung aus Orangen- und Ananassaft ins Martini-glas gegeben werden kann und bei Ihren Gästen sicher für ein Aha-Erlebnis sorgen wird. Denn jenes Ergebnis sieht nicht nur schön aus – eine kräftige Gelb-Rot-Kombination im Glas –,es schmeckt auch wirklich erfrischend anders.

Wobei jener Cocktail eine der leichtesten und insgesamt auch unspektakulärsten Ideen ist, die das cocktailPro-Set - bestehend aus dem Buch "Molekulare Cocktails" und einem "Baukasten" mit verschiedensten Pulverarten, Messlöffel,  Messbecherchen und Pipette - vorschlägt. Das Buch selbst ist dabei nicht nur eine sehr praktische Anleitung, sondern auch eine gute allgemeine Einführung zum Thema, was Molekulare Cocktails ausmachen, zu Bausteinen wie - neben den bereits erwähnten - Agar-Agar und Natrium-Alginat, beides Geliermittel, die aus Algen gewonnen werden; Calzium-salz, Bestandteil von Knochen und Zähnen – zur Herstellung von Gelkapseln oder -kugeln; sowie Mischungen mit dem Vitamin B2 (Riboflavin) oder mit Naturfarbstoffen aus der Gruppe der Carotinoide, die Getränke zum Leuchten bringen. Keine chemische Hexenküche also, sondern allesamt natürlichen Substanzen, die längst in der Lebensmittelindustrie Verwendung finden. Die Schritt für Schritt Anleitungen zur Herstellung unterschiedlichster Cocktails sind stets absolut nachvollziehbar und mit hilfreichen Tipps garniert, die Bilder machen richtig Appetit. Und es muss auch nicht immer Flüssiges fürs Glas sein: Cocktails als Gelee in dunkelroter Herzform; der mit Hilfe von Trockeneis dampfende gelb-grünliche Casino Royal, der seine Faszination am besten beim Schwarzlicht entfaltet; Mojito in Form fein geraspelter Geleefasern, serviert auf einem Löffel; Strawberry Daiquiri als Würfel mit eingeschlossenen frischen Erdbeeren; Kaviar- artige Perlen aus Blue Curacao für einen Frozen Russian, oder mit Martinigelee gefüllte Oliven. Jede Wette, dass Ihre Party nicht so schnell vergessen wird. Rezepte gibt es in verschiedensten Schwierigkeitsgraden vom Einsteiger bis zum kreativen Experten. Und alles was wir bisher ausprobiert haben gelang nicht nur auf Anhieb, sondern mundete auch.

FAZIT: Das Set aus Buch und Baukasten "Molekulare Cocktails" von biozoon für knapp 50 Euro ist wirklich mal etwas für Menschen die Cocktails nicht nur gerne trinken, sondern auch selber etwas Neues ausprobieren möchten. Das Buch nimmt Einsteiger Schritt für Schritt an die Hand und lässt in dieser Phase kaum Fragen offen. Wären die Inhalte des Baukastens noch wenigstens ansatzweise "verführerisch" - im Sinne von ein wenig appetitanregend - verpackt oder gestaltet, hätte es volle Punktzahl gegeben.

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Red.

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