| Advent 2009 - 23. Türchen - Geschenketest |
Ein Schweizer Messer fehlt in kaum einem Rucksack, wenn man auf Wanderungen geht - ebenfalls oft dabei: ein kleiner Topf, um unterwegs etwas Warmes zu trinken oder zu essen, etwas Proviant und dann natürlich ein oft unhandlicher Kocher, der vielleicht mit Spiritus betrieben wird. Da wir auf natürlichen Rohstoffe stehen, haben wir einen Kocher für Sie ausprobiert, der nicht nur extrem kompakt ist, sondern auch schlicht mit kleinen Zweigen und anderem was die natur an jeder Stelle hergibt, befeuert werden kann.
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Das Teil heißt Hobo- bzw. Künzi-Kocher (nach dem
Hersteller) Magic Flame und kommt - na, woher wohl, aus der Schweiz: Wie es
da so unscheinbar in einem gerade mal 11 x 15 Zentimeter - und somit etwa so
groß ist wie eine Postkarte - messenden, ziemlich flachen
Stoffbeutel zusammengefaltet liegt, würde man bestenfalls von dem allerdings
auch recht moderaten Gewicht von knapp 500 Gramm darauf schließen, dass man
es hier mit etwas Handfestem zu tun hat. Unser Test-Exemplar ist
komplett aus rostfreiem Edelstahl. Die etwa 1 mm dicken Wände sind mit Abzugsöffnungen
versehen, insgesamt sieht dieser Kocher ziemlich unverwüstlich aus, bei
sach-gemäßer Behandlung ist er es auch. Der Hersteller gibt entsprechend 5 Jahre Garantie. Das
Aufstellen ist kinderleicht: das Ding auseinander klappen, dabei
fällt der Boden in Position und fertig. Jetzt gilt es nur noch einen möglichst
windgeschützten, möglichst geraden Untergrund zu suchen und dann noch etwas Brennmaterial
besorgen: Äste, Reisig, Baumrinde oder Tannenzapfen beispielsweise.
Der Kocher ist benannt nach den Hobos, nordamerikanischen Wanderarbeitern, denen
ähnliche Kon-struktionen bei jedem Wetter als Herd und Heizung dienten. Und
da auch wir natürlich keine Weicheier sind, haben wir ihn beim Schnee
ausprobiert. Etwas Papier für den Anfang haben wir bereit gelegt und dann kleine trockene Äste und feuchte
Tannenzapfen - etwa zwei Hände voll - im kleinen Gärtchen der
Redaktion gesammelt. Schließlich wurde der Kocher auf einen glatten Stein
gestellt, befüllt und entzündet. Zunächst lief es nicht wirklich gut,
aber das lag eher an unserem mangelnden Geschick beim Feuermachen, dazu kam
noch ein am Testtag ziemlich wütiger Wind und so qualmte es richtig viel. Kurz danach
aber knisterten schön
die ersten Holzstückchen, das Feuer nahm an Kraft zu, so dass ein Wassertopf – mit
empfohlenem Mindestdurchmesser von 15 Zentimetern (alternativ kann der Kocher als Dreieck
oder als halbes Quadrat aufgestellt werden, wenn man noch kleinere Töpfe benutzen
möchte) –
darauf gesetzt werden konnte. Nach ca. 10 Minuten kochte das Wasser. Der Magic
Flame muss dabei natürlich immer wieder befeuert werden, dafür werden Aststückchen
durch die oberen Risse eingeführt oder direkt über dem Rost, durch die
intelligente Bauweise kann man
auch ein zuviel an Asche einfach entfernen. Aber auch ohne etwas zu kochen, eignet
sich der kleine Holzofen - nämlich als perfekter Wärmespender, etwa wenn man
sich dieser Tage zu einem Sit-in am Nürnberger Valznerweiher treffen möchte,
auf dass "Manager" Bader nunmehr endlich seinen Hut nimmt oder selbigen
gereicht bekommt - denn es ist zwar gut, dass Oenning nun raus ist, aber der
Hauptverantwortliche... - sorry, wir schweifen ab, aber das passiert nun
mal wenn man zu lange in die glodernde Lut, in die lodernde Glut - Sie wissen
sicher was wir meinen, also, wo waren wir stehen geblieben? Richtig - der
Baum muss
brennen. Zumindest Teile davon, denn auch dickere Aststücke verbrennt der Künzi-Kocher,
wenn sie nur "kurz" genug gebrochen oder gehakt wurden, vollständig zu Asche.
Und während der "Herd" selbst kaum Russ abkriegt, sind Töpfe nach Gebrauch
auf diesem Konstrukt richtig eingesaut. Es
hilft aber ein kleiner Trick: man sollte sie mit etwas Geschirrspülmittel
einreiben, dann lässt sich der Ruß einfach mit Wasser herunterspülen. Der
Hobo-Ofen braucht übrigens nur etwa 10 Minuten um auszukühlen, dann kann er
auch schon wieder
zusammengeklappt und in sein unscheinbares Täschchen gepackt werden.
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FAZIT: Im Vergleich mit anderen Trekkingkochern hat der Hobo-Kocher Magic Flame den Vorteil, dass es seinen Brennstoff (fast) überall gibt, kostenlos und quasi unbegrenzt. Streichhölzer sollten Sie natürlich immer mit dabei haben - ein Päckchen wird übrigens mitgeliefert. Sollte es bei dem Ofen mit der unschlagbaren CO2-Bilanz wegen zu großer Hitze zu Verformungen kommen, ist er leicht wieder zurecht zu biegen. Ein großer Pluspunkt ist der enorm Platz sparende Klappmechanismus, dass etwas was richtig qualmen kann, nur im Freien zu gebrauchen ist, sollte klar sein. Trotz des etwas stolzen Preises von rund 65 Euro bei dereinsparshop.de eine Empfehlung für alle Wanderarbeiter in spe und vor allem für alle Trekkingfreunde.
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Red.
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