| Kulturtrüffel 2009 - 9. Kandidat |
Auf seinem vermeintlichen Soloalbum stechen unseres Erachtens insbesondere zei Songs von Oliver Minck ganz Besonders heraus: Zum einen "Krise" das mit Zeilen a la "Gut ist wenn man keinen Job hat / dann kann man keinen Job verlieren" oder "Gut ist wenn man nicht Bescheid weiß / dann muss man nichts kapieren" förmlich um sich schmeißt"; zum anderen der misanthropische Track Nummer Zwei der betitelt ist wie unsere Überschrift hier - nur ohne Fragezeichen.
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Ansonsten übergeben wir das Wort gleich an Herrn Minck selbst:
"Also, bei der vorliegenden Platte handelt es sich um mein erstes
Solo-Album. Zuvor habe ich drei Platten mit Wolke veröffentlicht. Vor
ziemlich genau einem Jahr haben wir mit Wolke beschlossen, nach unserem
gefühlten Meisterwerk „Teil 3“ eine etwas längere Pause einzulegen. Nicht
resigniert, nur reichlich desillusioniert – um da mal mit einer anderen
kölschen Folklorekapelle zu sprechen
Mein eigentliches Vorhaben, in Entzug zu gehen und mich von der Musik für
eine Weile einfach mal gänzlich zu verabschieden, scheiterte schon nach einer
Woche. Wie immer wurde der musikalische Blues mit neuer Musik bekämpft. Aus
dem Teufelkreis kommt man einfach nicht mehr raus. Mithilfe einer
Akustikgitarre entstand ein kleiner Haufen persönlicher Krisen-Songs, kurz
bevor dann auch die globale Krise ausbrach. Wie passend. Ich war selbst
erstaunt über den bisweilen schonungslosen Sozialrealismus der Texte. Aber
umso besser: Neue Projekte brauchen schließlich neue Positionen.
Von wegen Solo-Album: Eigentlich ist bei der Oliver Minck Erfahrung ja ein
ganzer Kreativ-Stab am Werk. Vier Lieder habe ich mit Jens Bachmann (ex
Angelika Express) am Bass und Benjamin Hartmann (Clipper) am Schlagzeug bei
ekimas (Erdmöbel) aufgenommen. Das sind runden Pop-Rock-Nummern. Drei weitere
Stücke entstanden im rein akustischen Outfit mit Kontrabass, Glockenspiel,
Klavier und so bei Jens zuhause. Das sind die chansonesken Cowboy-Nummern.
Zwischenzeitlich engagierte ich den bekennenden Scientologen (stimmt nicht!)
Friedemann Weise als Live-Drummer und wir nahmen als kölsche White Stripes
noch mal vier Stücke bei Jan Löwenhaupt auf. Das sind die schrabbeligen
Prä-Indierock-inklusive-Neil-Young-Gitarren-Fedbacks-Nummern. Ja, und zu
guter Letzt waren da noch zwei Nummern, die ich zuhause bei mir auf dem
Rechner aufgenommen habe. Die mussten auch noch mit drauf.
Und wie das nun alles klingt? H!A!M!M!E!R!, würde ich sagen, aber ich bin ja
leider nicht objektiv. Müsst ihr euch also selbst anhören.
Noch zwei kleine Hinweise:
Die Reihenfolge der Songs wurde so gewählt, dass eine gute Dramaturgie
entsteht, weswegen die Hitsongs nicht einfach alle nach vorne gepackt wurden.
Durchhören bis zum Ende lohnt sich also!
Manche Lieder handeln nur von mir, manche handeln auch von mir und manche
handeln gar nicht von mir. Aber ich sag natürlich nicht welche."
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