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Kulturtrüffel 2009 - 10. Kandidat

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Inklusive Dubadidamdam-Chorus

Mit Musik geht alles besser, lautet die Volksmundformel. Je besser die Musik, umso besser geht’s. Das beweist Milla Kay mit ihrem wunderbaren Debütalbum „Out Of Place“. Weil diese elf Stücke anregen und erregen, weil sie sogar im besten Sinne auf- oder abregen können. Weil sie melancholisch stimmen, im rechten Augenblick ein Lachen auf die Lippen, ein Zucken ins Tanzknie oder empathische Glückstränen in die Augenwinkel zaubern. 

copyright: michael mann

Vom herzhaften Disco-Swing des „Liftboy“ über lässige Bossa Nova wie „Poles“, das elektro-nischste „Speak Low“, das sich Kurt Weill hätte wünschen können, oder das sommerliche wie poppige „I am late“, inkl. geschmackvollem „Dubadidamdam“-Chorus, bis zum „rhythm & bluesy“ klingenden „Companion“ findet der anspruchsvolle Musikfreund elf potentielle Lieblingslieder. Ansteckend melodiös rufen sie förmlich nach einem Radio, das sie spielt. Man kann das natürlich akustischen Pop nennen und trotzdem die eleganten Elektronica im Hintergrund spüren. Man wird diese samtene Frauenstimme, die Poesie der Texte und die angenehm vereinnahmten Stilelemente aus Jazz, Folk, Bossa Nova, Country, Blues und Soul loben.

Schon vor ein paar Jahren fühlte sich Milla Kay „out of place“, verließ ihre bürgerlichen Berufswege und bog nach Hamburg ab, um Musik zu machen. Zusammen mit ihrem Gefährten Hauke Kliem jobbte sie zwischen Studio und Bandbühne, schrieb Songs und machte Demos - bald sogar professionell, Dank eines Publishingdeals mit Warner Chappell.

Mittlerweile ist das Paar ein ziemlich eingespieltes Produzenten-Duo, das neben Auftragskompositionen mit diesem Album nun die eigenen musikalischen Ideen verfolgt. „Eigentlich kommt Milla meistens mit einem Impuls, oft auch mit einem fertigen Stück“, erzählt Hauke. „Ich komponiere auf der Gitarre“, meint Milla mit offenem Lachen und bescheidenem Blick zu Hauke, dem eigentlichen Saiten-Experten. „Anfangs ist da immer eine Melodie und dazu singe ich ein „Textgefühl“, die fertigen Zeilen kommen also erst später. Beim Arrangieren und Produzieren toben wir uns dann beide aus, wobei Hauke die Akkordfarben und Grooves entwickelt.“ Dabei bedient der versierte Gitarrist und Multi-Instrumentalist auch gerne mal das Fender Rhodes oder baut Beats. Milla seufzt, so theatralisch, dass sie anschließend gleich wieder lachen muss. „Ich hab eigentlich schon immer gespürt, dass da eine musikalische Pflanze ist, die raus will, aber es hat eben etwas gedauert. Wir sind ja Spätzünder, mit Mitte dreißig und dem Debutalbum. Aber das Schöne daran ist, dass wir heute viel lockerer mit der eigenen Kunst umgehen. Ich weiß allmählich, was zu meiner Stimme und zu mir passt. All das hat sich erst im Lauf der Zeit herausgeschält.“ Und diese Stimme passt, so scheint es, zu ihrem entspannten, einnehmenden Naturell. Weil sie mittlerweile die in ihrer Ruhe liegende Kraft gefunden hat, weiß Milla Kay ihre Stimme ideal einzusetzen. Luftig und zurückgelehnt, aber auch eigenwillig und nach vorn – Facetten, die sie in ihren eigenen Liedern und beim Interpretieren persönlicher Favoriten aus dem „Great American Songbook“, wie etwa „Speak Low“ oder „Cry Me A River“, zeigt.

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