| Neues Futter für die Wii - 01.12.2009 |
In "Rabbids go home" hoffen sammelwütige Hasen mittels eines Turms aus Müll zum Mond zu gelangen; In "Völkerball aka DodgeBall" treffen Piraten und Ninjas aufeinander; mit "New Super Mario Bros. Wii" wird Marios 30. Geburtstag im Retrostyle gefeiert; In "Sim Animals Africa" dreht sich alles um für den schwarzen Kontinent typische Tiere; "Family Party 2: Outdoor Fun" lockt mit 30 Herausforderungen; und bei "Wheelspin" glühen die Motoren.
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Minispiele rund um die legendären Hasen mit hervorquellenden Augen, aufgerissenen Mäulern und riesigen Zähnen haben dank der richtig witzigen Ideen, der technisch fast einwandfreien Um-setzung und nicht zuletzt der herrlich aberwitzigen Geräuschku-lissen die Herzen von Wii-Spielern im Sturm erobert. Rabbids go home nun ist ein weiterer Titel mit Suchtpotential aus dem Hause Ubisoft, aber obwohl es ein wahrhaft fesselndes Wiedersehen mit den etwas dümmlich wirkenden, schneeweißen Nagern gibt, steht diesmal nicht die schnelle Zerstreuung zwischendurch, sondern eine "richtige" Geschichte, ein ganz langes Abenteuer im Vordergrund: die Hasen reizt der schöne Vollmond - um an ihr Reiseziel zu gelangen, wollen sie einen Turm bauen aus allem Möglichen und Unmöglichen, was ihnen so über den Weg läuft oder hier und da herum liegt.
Bewappnet mit einem Einkaufswagen machen sich zwei von ihnen auf den Weg durch die Kanalisation der Großstadt. Wo sie dann auftauchen, ist nichts mehr vor ihrer Sammelwut sicher: sie klauen alles, was nicht niet- und nagelfest ist: in Krankenhäusern, Flughäfen oder Einkaufszentren. Das Ganze wird wie gehabt begleitet mit den unglaublich witzigen Geräuschen der Hasen, und - neu - mit einem fetzigen Emir-Kusturica-Balkansound. Da heißt es dann für einen oder zwei Spieler, die wenn ein gemeinsames Ziel vor Augen haben, sich vor Angreifern zu wappnen, Menschen zu erschrecken, nicht aus der Spur zu kommen und an zentralen Treffpunkten immer wieder abzuladen - wobei die Multiplayermodusrollen nicht wirklich gleich verteilt sind: Es gibt einen Hauptspieler, der lenkt und tut und macht, und der andere hält ihm quasi nur den Rücken frei, unterstützt beim Aufsammeln ,schwächt Hunde und andere Feinde bzw. darf diverse Hindernisse wegräumen. Um das Ziel möglichst viel zu sammeln zu erreichen ist eine gute Teamarbeit aber immens wichtig, allein werden vor allem Casual Gamer sich ansonsten nämlich erst mal gehörig die Zähne ausbeißen, das Spiel ist nämlich im Detail phasenweise ziemlich anspruchsvoll.
Damit dabei die Kurzweilbedürfnisse erfüllt werden, spielt man nach und nach auch ein paar Gimmicks frei. Mit diesen kann man dann etwa Hasen fast nach Herzenslaune gestalten, ihnen Tattoos verpassen, Ohren und Augen verschieben, Mützen aus Müll aufsetzen... Auch das eine oder andere Unheil in ihren Gesichtern mittels Luftpumpen und kleinen Explosionen anrichten. Am Allerschönsten aber ist bei den kleinen Pausenfüllereien, dass man Hasen in die Wii-Remote "holen" kann, d.h. man sieht, wie das Tier in der "eigenen" Fernbedienung hockt und den Betrachter angrinst, je nachdem wie man die Bedienung in der Hand bewegt, rutscht das Tier tatsächlich in allen Himmelsrichtungen umher, bekommt auch recht realistisch zum Beispiel den A-Knopf auf den Kopf gehauen, wird gerüttelt und geschüttelt! Wären nicht einige winzige Programmierungsfehler im Spiel - etwa dass man bei einem Sprung qua in ein schwarzes Loch rutschen kann und neu starten muss - wäre dem Rabbidsabenteuer nicht nur die Höchstpunktzahl, sondern auch noch ein Extrastern zu verleihen. Aber auch so ist es unser Wii-Spiel des Jahres!
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Rennspiele für die Wii gab es schon einige, aber kein wirklich Bahnbrechendes, sieht man von der herrlichen Comicspielerei Mario Kart mal ab. Ein weiteres legt nun Namco Bandai mit Wheelspin vor. Nachdem man im Solomodus die Strecken kennengelernt hat, kann man im Multiplayer-Modus gegen bis zu 7 Personen – Freunde oder Computer - gleichzeitig antreten. Das Rennen findet mit 6 Basisfahrzeugen auf 30 verschiedenen Strecken in einem futuristischen Weltraumambiente statt. Entsprechend gilt es hierbei physikalisch eigentlich vollkommen unmögliche Parcours zu meistern. Für die Rekordzeit werden auch Waffen gezückt - das Spiel genügt aber leider auch in den anderen beiden Modi (simples Zeitrennen sowie Speed-Zone) nicht nur in puncto Grafik nicht einmal Ansprüchen, die vor rund 20 Jahren stehengelieben sind. Somit langweilt es viel zu schnell, da ist es schon nicht mehr zu bedauern, dass auf einen Onlinemodus verzichtet wurde. Auch hinsichtlich des Sounds scheint an allen Ecken und Enden gespart worden zu sein, was ebenfalls jede Atmosphäre im Ansatz zerstört, unterschiedliche Motoren klingen nach Einheitsbrei, Musikteppiche obendrauf rauben einem den letzten Nerv. Letztlich will das Fahrverhalten der Boliden nicht zum eben ohnedies schlecht gestalteten Setting passen, selbst das Geschwindigkeitsgefühl wird nicht wirklich rübergebracht.Das Beste an diesem Titel ist, dass bei vergleichsweise moderaten Preis ein "Lenkrad" beiliegt, welches für andere Spiele natürlich kompatibel ist.
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Der lustige Mario mit seinem Schnauzbart wird in diesem Jahr Dreißig. Genug Grund zum Feiern, und schon formal sticht New Super Mario Bros. Wii von Nintendo mit seiner roten Hülle aus der weißfarbigen Reihe von Wii Spielen heraus. Und genauso knallbunt ist auch das Setting. Die Story des klassischen 2D-Jump’n’Runs folgt der DS-Version von New Super Mario Bros.: der gemeine Bowser hat einmal mehr die Herrscherin des Pilzkönigreichs Prinzessin Peach entführt, und das ausgerechnet an ihrem Geburtstag. Natürlich macht sich Mario auf den Weg, seine Freundin zu befreien, und kämpft sich die gar nicht so einfach zu bewältigende Levels durch. Doch diesmal ist er nicht nur auf sich selbst gestellt. Das klassisch anmutende Mario-Abenteuer ist mit einem simultanen und absolut top funktionablen Mehrspieler-Modus ausgestattet. Bis zu vier Leute können in die Charaktere des quirligen Italieners, seines Bruders Luigi und in die von zwei Pilzköpfen - den Toads - schlüpfen. Um die Prinzessin zu retten, ist Zusammenarbeit angesagt, wobei hier es leicht vorkommen kann, dass die Spieler sich unfreiwillig gegenseitig behindern oder gar freiwillig: denn schielt man auf das beste Ranking, so lässt man andere sprichwörtlich über die Klinge springen. Für Liebhaber von Mario-Abenteuern gibt es ein Wiedersehen mit dem Reittier Yoshi, das gerne Gegner mampft. Zu altbewährten Extras kommen einige Neue, z. B. ein Pinguin-Anzug, in dem man seine Widersacher mit Eiskugeln bewirft und mit dem man über glatte Eisflächen rutscht; oder der Propelleranzug, um hoch aufzusteigen. Man kann mit seiner Hilfe auch festsitzende Mitspieler retten. Als erstes Nintendo-Spiel überhaupt bietet "New Super Mario Bros. Wii" eine dynamische Hilfefunktion. Wenn man auf einer Ebene hoffnungslos stecken bleibt, führt diese Funktion zu einem speziellen Modus, wo man vorgeführt bekommt, wie der betreffende Level zu Ende gespielt werden kann. Dabei können Spieler jederzeit wieder in die Handlung einsteigen.
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Was passiert wenn Ninjas auf Piraten treffen? Aber klar doch: sie messen gegenseitig ihre Kräfte, indem sie in die Völkerball-Arena steigen. Und so heißt denn auch das Spiel aus dem Haus Top-ware Entertainment Völkerball (DodgeBall), in dem man allein im Storymodus durchspielt oder auf bis zu vier Freunde im Multiplayermodus trifft. Das Spiel funktioniert ganz einfach: Es werden Charaktere ausgesucht, das Team und die Arena festgelegt (von letzterer gibt es acht verschiedene), und dann heißt es mit Bällen die gegnerische Mannschaft bewerfen, am besten treffen. Und natürlich den Geschossen der Gegner selber ausweichen oder fangen. Jeder Charakter hat eine spezielle Wurftechnik. Nach und nach können weitere fünf Teams frei gespielt werden: Zombies, Außerirdische, Pilzwesen, Monster und Roboter. Das Ganze ist ansehelich gestaltet, Die Steuerung ist auch in Ordnung, allerdings ist der Reiz an dem Spiel ziemlich schnell verflogen, wenn er sich denn in Anbetracht der simplen Bolzerei überhaupt entwickelt. Es fehlen die Überraschungsmomente, auch in puncto Sound und Plausibilität der auf dem Titel prangenden Ninjas und Piraten gäbe es noch eine Menge zu mäkeln. Würde das Spiel wenigstens mit den eigenen Miis funktionieren, würde man vielleicht länger als auch nur 10 Minuten Spaß haben können.
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SimAnimals: Afrika heißt - nachdem die Sportsschmiede des Hauses die neueste Fifa-Version an die Wand gefahren hat - das neueste Wii-Game aus dem Hause Electronic Arts: primär auf einen Spieler ausgelegt und wie der Titel ja bereits verrät auf den schwarzen Kontinent respektive das dortige wilde Tierreich abgestimmt. Es gibt also eine Menge zu erkunden. Um es vorweg zu nehmen, bei einer sehr liebevoll gestalteten Geschichte, die Informationen über Tiere und Pflanzen vermittelt sowie verschiedenartige Landschaften Afrikas - Savannen, Dschungel, Flussdeltas, Vulkanwüsten - zeigt, vor allem aber die Möglichkeit gibt Löwen, Antilopen, Nashörner oder auch Giraffen, Nilpferde, Krokodile und zuvörderst Zebras zu füttern, zu streicheln und sich mit ihnen an-zufreunden und zu spielen. Nach und nach entdeckt man die individuellen Fähigkeiten der Tiere, z. B. dass das Nashorn Dinge attackieren und zerschlagen kann, Giraffen auch an die entlegensten Früchte kommen, Elefanten Pflanzen heilen, indem sie diese mit Wasser bespritzen -, die man dann nutzt, um Herausforderungen zu bestehen und dafür belohnt zu werden, so werden weitere Tiere und Objekte frei geschaltet und man kommt zu weiteren Levels mit märchenhaften Lebenswelten. Mit der Zeit schaltet man gar die Fähigkeit frei, sich selbst in ein ausgewachsenes Tier oder in ein Tierbaby zu verwandeln und dann mit anderen Lebewesen zu interagieren. Ein sehr unterhaltsames und interessant konzipiertes Spiel für die allerjüngsten Wii-Freunde.
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Mit Family Party 2: Outdoor Fun bietet Koch Media 30 Spiele unter freiem Himmel - diese stehen vier Spielern zur Verfügung, die in vorgegebene, ziemlich bieder daherkommende Charaktere schlüpfen, die immerhin auf unterschiedlich altrige Familienmit-glieder ausgelegt sind. Wir finden es zwar generell recht schade, wenn man bei solchen Spielen keine Möglichkeit bekommt, mit den eigenen Miis anzutreten, aber selbst wenn man das zur Seite schiebt, ist die Enttäuschung hier riesig. Denn nominell könnte es spaßig zugehen, beim gegenseitigen Wetteifern, wer am schnellsten den dicken Baumstamm zersägt, am schnellsten ein Seil hochklettert, den Fußball nicht ins Tor lässt, auf einem schmalen Brett am längsten die Balance hält oder beispielsweise auch am geschicktesten das Lasso wirft. Erst nach und nach werden weitere Spiele und Herausforderungen frei gespielt, wenn man Rekorde aufstellt und Medaillen abstaubt. Aber soweit werden viele Spieler gar nicht kommen, und zwar nicht etwa weil die Aufgaben so schwer sind, sondern weil hier schlicht viel zu viel nervt und schlichtweg billig daherkommt. Immer gleiche tröge Off-Kommentare, die nicht einmal Zwei-jährige motivieren oder auch nur bei der Stange halten dürften, eine wenig intuitive Steuerung, teilweise gar Befehlsverweigerung oder gar richtige Hänger. Ebenfalls ärgerlich, dass im Grunde nicht wenigstens eine der erträglicheren Aufgaben gezielt und einzig durchgespielt werden kann - immer müssen gleich drei "Herausforderungen" zu einem Parcours zusammengestellt werden, dazu noch teils willkürliche Kameraperspektiven, welche einem insbesondere beim Rudern den letzten Nerv rauben - kurzum ein Spiel, das man sehr schnell in die Ecke wirft.
Red.
Legende der Punktwertungen:
=
schlichtweg herausragend
= empfehlenswert
=
interessant
= zwiespältig
= ziemlich mau
= grausam