| Buch – 07.02.2008 |
Der französische Film "Chocolat" nach dem gleichnamigen Besteller von Joanne Harris war ein Zuschauererfolg, und das nicht nur wegen Juliette Binoche und Johnny Depp. Nun können sich Fans von Vianne Rocher, die mit Kakaobohnen im wahrsten Sinne zaubern kann, über die Fortsetzung freuen. Sie lebt mittlerweile mit zwei Töchtern in Paris, versucht sich anzupassen und geht dabei fast zu Grunde.
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Eine kleine Chocolaterie am Montmartre. Die Besitzerin Yanne ist eine junge
Witwe und lebt mit ihren beiden Töchtern über dem Geschäft. Die Ältere geht
bereits zur Schule, die Jüngste sollte eigentlich schon langsam laufen und
sprechen können, sie weigert sich aber. Der Laden läuft gerade einmal so, dass
die drei davon leben können. Der Vermieter hat ein Auge auf Yanne geworfen und
macht ihr den Hof. Sie freundet sich mit dem Gedanken an, durch eine Heirat ihre
Vergangenheit endgültig hinter sich lassen zu können. Denn in Wirklichkeit heißt
sie Vianne Rocher. Zusammen mit Anouk und Rosette ist sie nach langen Irrungen
und Wirrungen in Paris angekom-men, auf der Flucht vor den Behörden, die damit
drohen, ihr die Kinder wegzunehmen. Um nicht aufzufallen, hat sie ihr rotes
Kleid weggelegt und die Tarotkarten versteckt. Es gibt keine Zaubersprüche mehr,
und Pralinen werden auch kaum noch selbst gemacht. Das alles zum Leidwesen von
Anouk, die mit solchen Veränderungen nicht klar kommen will und dazu Probleme in
der Schule hat.
Und dann taucht eines Tages die schöne Zozie de l’Alba auf, die ein knisternder
Zauber umgibt. Zozie kann jeden um den Finger wickeln, wenn sie es will. Sie
entscheidet sich für Vianne, für ihre Chocolaterie und ihre Kinder. Denn Zozie
ist eine Sammlerin von fremden Leben, die sie an sich reißt, um sich darin
auszubreiten. Sie erschleicht sich die Freundschaft von Viannes Töchtern,
beginnt, sie im Laden zu unterstützen und zieht gar bei ihr ein. Dank ihrer
Zaubereien beginnt der Laden zu florieren. Vianne macht ihre
Pralinen-spezialitäten wieder selbst, und Nachbarn schauen auch vorbei. Während
Anouk richtig aufblüht, fühlt sich ihre Mutter langsam ausgegrenzt und unfähig
sich zu wehren. Stück für Stück nimmt Zozie ihren Platz ein.
Die Hauptrolle in „Chocolat“ brachte Juliette Binoche die Oscar-Nominierung im
Jahr 2000. In der märchenhaften Verfilmung über wunderbare Köstlichkeiten aus
Schokolade, die Wunder bewirken können, spielte sie Vianne Rocher – eine junge
Frau, die ständig mit dem Wind unterwegs war. Der Film basierte auf dem
gleichnamigen Roman von Joanne Harris, die mit ihrem Buch „Himmlische Wunder“
nun eine Fortsetzung des Beststellers vorgelegt hat.
Aus drei Perspektiven von Vianne, Anouk und von Zozie erzählt sie die Geschichte
der in Paris gestran-deten Frau mit zwei Kindern, die versucht, sich anzupassen,
und dabei fast zu Grunde geht. Jedes Kapitel stellt einen Tag vom 31. Oktober
bis zum 1. Weihnachtstag dar. Die Charaktere, ihre Hintergründe und Motivationen
sind wunderbar beschrieben, man kann sich in die jeweiligen Situationen gut
hineinfinden, sogar Gerüche und Farben wahrnehmen. Es geht unter anderem um alte
Azteken-Traditionen, um Schokolade und menschliche Abgründe. Zum Schluss, dem
großen Showdown am Heiligabend, versucht die Autorin die Spannung künstlich zu
steigern, was aber überhaupt nicht nötig ist. Denn wenn man das Buch einmal in
den Hand genommen hat, fällt es ohnedies unheimlich schwer, es wegzulegen.
Nino Ketschagmadse