| Buch - 25.01.2010 |
2008 hatte er eine Übersetzung des Koran ins Niederländische veröffentlicht, nun hat der iranische Schriftsteller Kader Abdolah, der in den Niederlanden im Exil lebt, ein Buch über Mohammad geschrieben, dem Propheten von Allah. Betont literarisch nähert er sich dem Gründer der islamischen Religion, dessen Offenbarungen von Muslimen als Heiliges Buch angenommen wurde.
Zayd ibn Salith ist Chronist. Nach
dem Tod seines Adoptivvaters Mohammad, schreibt er im Auftrag von einem von
dessen Weggefährten und des späteren Kalifen Umar die Offenbarungen auf, die
Allah seinem Gesandten schickte. Der nächste Kalif beendet den
Gelehrtenstreit über die erste Fassung des Koran, indem er ihn Zayd
ergänzen lässt und mit der Kraft seines Schwertes als das Heilige Buch
ernennt. Der Chronist ist bei seiner Arbeit zu dem Schluss gekommen, dass er
den Koran nicht begreifen kann, wenn er Mohammad nicht begreift. Und so macht
er sich auf den Weg, sucht Menschen auf, mit denen sein Adoptivvater groß
geworden ist, als Kaufmann zusammen gearbeitet hat, besucht auch seine damals
so wenigen Weggefährten, als sich Allah ihm offenbart hat. Zayd spricht mit
Mohammads Frauen, mit sei-ner Tochter, mit Dienern, mit Kritikern und
Feinden. Nach und nach entsteht ein Bild eines Mannes, der einerseits –
besonders in seinen späten Jahren – ein Genießer war, ein Frauenliebhaber und
Kriegsherr, andererseits ein wissbegieriger Mann, der obwohl er kaum lesen
konnte, um sich herum alles aufsaugte; ein von seinen Mitbürgern einst
ständig belächelter, prinzipientreuer und kompromissloser Kämpfer für seine
Idee, für eine Anhängerschaft, für die Befreiung Mekkas und seiner Bewohner
von den Götzenbil-dern und Massenheiligen.
Mohammad, der Prophet (Claassen) heißt der Roman des Iraners Kader
Abdolah (1954), der einst Physik in Teheran studierte und in der
Studentenbewegung aktiv war. 1988 floh er aus politischen Gründen mit seiner
Familie nach Holland, wo er heute als freier Autor lebt. Er hat vor einiger
Zeit den Koran ins Niederländische übersetzt und sei bei dieser langjährigen
Arbeit zur Überzeugung gekommen, dass man das Heilige Buch der Moslems nicht
verstehen kann, wenn man sich nicht mit dem Leben des Propheten beschäftigt.
So macht er Zayd, nach Überlieferungen Mohammads Adoptivsohn, zu einem
Chronisten, der das gleiche Ziel verfolgt wie der Verfasser. In Ich-Form
geschrieben, versetzt das Buch seine Leser in die Epoche, in der einst eine
neue Weltreligion entstand. Es beschreibt in kurzen Kapiteln mit kraftvoller
und bildreicher Sprache das Leben und das Wirken von Mohammad von seiner
Geburt bis zum Tod und darüber hinaus. Abdolah flechtet in seiner Geschichte
– die natürlich, auch wenn sie auf viele historische und überlieferte Fakten
beruht, trotzdem eine fiktive ist – auch Suren aus dem Koran ein. Eine sehr
interessante Lektüre erst recht für Menschen die eine erste Annährung - ganz
ohne Vorurteile - zur Welt des Islam suchen .
Red.