logo comdirect - giro + 1 Euro

Wii-Special - 16.06.2009

Fit von Kopf bis Fuß

EA Sports Active Trainer will Ihnen den Gang ins Fitnessstudio ersparen und Sie zu- gleich reichlich schwitzen lassen; Party Games und Big Family Games wollen mit "kurzweiligen Spielen" die ultimative Unterhaltung bieten; bei Bloom Blox Smash Party bleibt kein Stein auf dem Anderen und Professor Heinz Wolff beschäftigt sich und seine Spieler mit den Gesetzen der Gravitation – fünf ganz aktuelle Wii-Titel im Schnelldurchlauf.

Schon das mitgelieferte Gummiband und die Schlaufe um sich das Nunchuck ans Bein zu binden, lassen erahnen, dass es der Active Personal Trainer (EA Sports) ernst meint. Hat man erst einmal seine Spielfigur ausgesucht (männlich, weiblich, von bohnenstangendürr bis mit etwas mehr Fleisch um die Hüften); sie angezogen, den persönlichen Trainer ausgewählt und sich vor allem zwischen 30-tägiger Herausforderung – dafür gibt man Geschlecht, Größe und Gewicht und ein auf die eigenen Bedürfnisse abgestimmtes Programm an – oder jeden Tag zufällig ausgewählte Workouts zu absolvieren entschieden, soll das Training losgehen. Das Balance-Board kann optional in die Schwitzerei mit eingebaut werden, es geht aber auch ohne recht anspruchsvoll und abwechslungsreich zu. Die dicht nacheinander folgenden Übungen mit einer Gesamtdauer von 13 bis über 30 Minuten sehen auf den ersten Blick nicht wirklich schwer aus - nur zieht man sie alle ernsthaft durch, kommt man schön aus der Puste. Bei den Workouts sind kleine Einheiten – von Kniebeugen über Ausfallschritt und Laufen bis zum Boxen, Tanzen oder Inline Skating – aufeinander abgestimmt und trainieren den ganzen Körper: während dank dem speziellen Beingurt das Nunchuck die Bewegungen des unteren Körperbereichs erfasst, wird der Oberkörper durch die Tätigkeit am Controller und am mitgelieferten Wider-standsband gestählt. Bis zu zwei Leute dürfen gemeinsam bei den Übungen mitmachen und die Verbrennung ihrer Kalorien beobachten. Der virtuelle Trainer macht nicht nur vor wie es geht, sondern gibt  während der Übung auch Feedback. Und das ist das einzige, was bei diesem Wii-Titel auf Dauer auf den Geist gehen kann. Denn er ist immer zufrieden, egal wie schlecht man abschneidet, und das findet wohl selbst der unsportlichste Kunde dann doch irgendwann etwas übertrieben.

Hütchenspiele - der Form halber, es ja schließlich ein ausgewiesenes Kinderspiel - mit Zitronen, bunte Linien nachzeichnen, Ameisen oder Käfer abschießen, bevor sie das Essen erreichen, Sackhüpfen, Müll schleudern, auf dem Trampolin Pirouetten schlagen oder auf dem Telefonkabel balancieren - 20 Minispiele für bis zu vier Personen bietet Party Games (Activision), die nach und nach frei geschal-tet werden. Optisch allein schon zu bunt und kitschig geraten, strapaziert es die Geduld nicht nur, wenn der Ladevorgang der Spiele vergleichsweise lange auf sich warten lässt, und es hier und da gewaltig bei der Steuerung und Grafik hakt - auch von der inhaltlichen Umsetzung kommt selbst bei den jüngsten Zockern kaum mehr als ein müdes Lächeln auf.

Bei Big Family Games (von THQ Entertainment GmbH) könnte man zunächst meinen, die Erfinder haben etwas gegen Mädchen. Sportlich angehauchte Minispiele – Golf, Tennis, Basketball, Hufeisenwerfen oder Schleudern – kann man allein gegen einen Computergegner oder im Mehrspielmodus bis zu viert meistern, doch von den anfangs zur Auswahl stehenden Spielergesichtern (das eigene Mii lässt sich wie so oft auch hier nicht nutzen) ist nur eines weiblich. Eine Vorstadtsiedlung bietet die Kulisse für die Spiele, bei denen die Wii-Fernbedienung allerdings meist nach einem immer wiederkehrenden und daher überhaupt nicht herausfordernden Prinzip eingesetzt wird. Die Steuerung selbst ist einigermaßen in Ordnung, die Grafik und Optik aber auch nicht wirklich befriedigend.

Nicht nur, aber vor allem wer gemeinhin großen Spaß beim Zerstören von Sachen empfindet, ist gold richtig bei Boom Blox Smash Party (EA). Ob auf dem Meer, auf den Dächern von Hochhäusern oder im All – in mehr als 400 Levels wird munter gezerrt, geschmissen oder beworfen. Eine ausgesprochen gute Grafik, eine nahezu perfekte Steuerung und nicht zuletzt die kleinen, lustigen, viereckigen, tierischen Gestalten, die überall auf dem Spielfeld herum lungern und die man genauso wie die abzuräumenden Spielsteine gegen ihren Willen fliegen lassen kann (das bringt natürlich keine Punkte und geht auf Kosten der Zeit, macht aber irren Spaß) sorgen zusammen mit der simplen, aber süchtig machenden "Spielidee" sowohl im Einzel- als auch im Multiplayer-Modus (hier wiederum kann man gegeneinander oder auch im Team gegen die Zeit spielen) dafür, dass wirklich jung und alt gemeinsam unterhaltsame Stunden verbringen können. Gut auch, dass zumindest theoretisch immer wieder für Nachschub nach neuen Aufgaben respektive Spielfeldern gesorgt sein soll: allerdings, kurz nach Veröffentlichung ließen sich online noch nicht all zu viele Entwürfe der Community ansteuern, da man aber eben auch selber wie aus dem Baukasten heraus neue Levels kreieren kann - frisch ans Werk!

Mit physikalischen Phänomenen beschäftigt sich auch Professor Heinz Wolff's Gravity (Koch Media GmbH). Der britische Wissenschaftler, der unter anderem den Begriff des „Bioengineering“ mitgeprägt habe, begleitet als ein kleines Männchen mit großem Kopf die Wii-Spieler durch insgesamt 100 Level, in denen es gilt, mit jeweils wechselnden vorgegebenen Teilen einer Kugel das Vorankommen zu sichern. Zum Beispiel mit Balken, Brettern, Kisten oder Murmeln. Ist die Kugel erfolgreich durchgekommen, gibt es Punkte - wer nicht weiter weiß, kann einzelne Schritte als Lösungstipps von seinem Spielgeld kaufen. Die Spielidee ist zwar interessant, die Steuerung solide, aber eine mäßige Grafik und ärmliche Animation sowie Spielgestaltung heben den Titel leider nicht über den Durchschnitt.

Red.

Legende der Punktwertungen:

= schlichtweg herausragend

= empfehlenswert

= interessant

= zwiespältig

= ziemlich mau

= grausam



(Red.)