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| Buch - 30.05.2011 |
Little
Adults - Anna Skladmann - Kehrer Verlag:
Für ihre Serie „Little Adults“ fotografierte Anna Skladmann Kinder neureicher Russen, zwischen sechs und zwölf Jahren in ihrer gewohnten Umgebung.
Entstanden sind eindrucksvolle Portraits von Jungen und Mädchen, die oft zu
ernst und erwachsen für ihr Alter wirken. Die Bilder entstanden in den
jeweiligen Kinderzimmern, in einem Privatkino, in der Ballettschule oder im Reitclub. Viele
dieser Kinder können vor der Kamera posieren, selten zeigen sie eine Schwäche.
Ihre Bekleidung und die Ausstattung der Räumlichkeiten wirken zum Teil recht
befremdlich und surreal. In kleinen einführenden Worten erklärt die Fotografin,
selbst eine Frau mit russischen Wurzeln, wie die Bilder entstanden und welche kleinen Menschen
ihr hier Model standen. Eine sehr spannende Fotoserie mit ungewöhnlichen Einblicken in
eine fremde Welt.
Mensch,
bist du dick geworden - A. J. Jacobs - List Taschenbuch: A. J.
Jacobs ist ein amerikanischer Journalist, der sich damit rühmt, seit fünfzehn
Jahren ein menschliches Versuchskaninchen zu sein. Hier nun begibt er sich in
die Rolle seines hübschen Kindermädchens, für das
er und seine Frau via Internetanzeige einen Partner suchen, und ausprobiert aus,
wie es ist, als Traumfrau – virtuell – unterwegs zu sein; oder er schlüpft in
die Haut von Brad Blanton,
dem Erfinder der „radikalen Ehrlichkeit“, empfindet nach wie es ist, sein Leben ohne Lügen
zu gestalten, auch ohne die täglichen falschen Höflichkeiten, was
erwartungsgemäß viele in Jacobs Umgebung vor den Kopf stößt. Interessant auch
der Erlebnisbericht nackt bei einem
Fotografen Model zu sitzen... In „Mensch, bist du dick geworden!“ werden noch
sechs weitere solcher Experimente zusammengefasst, garniert - wie in einem
wissenschaftlichen Buch üblich - mit zahlreichen Anmerkungen, bibliografischen
Angaben und Anhängen. Man merkt, der Autor hatte Spaß bei der Arbeit, der Leser
kann diesen auch haben, wenn auch nicht überbordend. Kurzum: Dies Buch ist ein
netter Zeitvertrieb, mehr aber auch nicht.
Selbstgemacht:
Eis & Sorbet - Hilmar Jaedicke, Thomas Laboch - vgs (Egmont):
An heißen Sommertagen geht doch fast nichts über ein gutes Eis. Fertige Produkte aus
Supermärkten schaffen da gemeinhin nur spärlich Abhilfe, am besten man stellt sich vor
eine ordentliche Eisdiele, denn Eis schmeckt selten besser, als wenn es frisch gemacht
ist. Gibt es in der Nachbarschaft keine gute Eisdiele? Oder geht Ihnen die
Kugelsucht zu sehr ins Geld? Kein Problem.
Hilmar Jaedicke und Thomas Laboch haben Tipps und Rezepte zusammengestellt, wie
man sich selbst, Kinder und Freunde mit kalten Leckereien verwöhnt. Hat man keine Eismaschine zu
Hause, erklären die beiden Autoren von „Selbstgemacht: Eis & Sorbet“ wie
man auch ohne auskommen kann mit zwei verschieden Schüsseln, Eiswürfeln, Salz,
Wasser und einem kräftigen Unterarm zum Rühren. Die Rezepte sind durchweg
erfreulich einfach gehalten, ob für Stieleis, Sorbee, Granitas, Eis aus Milch, Sahne oder Joghurt, Parfait oder
Saucen... Auch für Veganer ist hier etwas dabei, man kann Eis statt Milch mit
einer Mouse
aus Nüssen, wie Haselnuss oder Cashewnuss, zubereiten. Auch Marzipan- oder
Hafer-Whisky-Eis kommt ganz ohne Milchprodukte aus. Aber auch solche kleine
Tipps nebenbei – wie Würfel statt mit Wasser aus Kirschsaft zu gefrieren und dann
Bananensaft darüber zu gießen – machen Lust auf laue Sommerabende.
Mausetod!
Die Kulturgeschichte der Mausefalle - Wolfhard Klein - Philipp von Zabern:
Hätten Sie es geahnt?
Bereits in der Steinzeit haben Menschen aus Holz Mausefallen gebaut, um ihre
Essensvorräte vor den gefräßigen Vierbeinern zu schützen. Das Kennzeichen dieser
Beziehung war entsprechend nicht Liebe sondern erbitterter Kampf Mensch gegen Maus.
Außer dass vor Mäusen kein Essen sicher war, verbreiteten sie Krankheiten. Sie
sorgten außerdem für reichlich Aberglaube. Und so widmet Wolfhard Klein in
seinem Buch „Mausetod!“ der Kulturgeschichte der Mausefalle neben vielen Fakten
auch manchen Schwank - etwa in die Sexualität wo "die Maus und die Falle"
urplötzlich eine andere Bedeutung bekommen. Interessanter ist da schon der
Blick ins Heute, wo manch eine ausgefuchste Falle an den Fänger eine SMS
sendet, wenn ein kleines Nagetierchen gefangen wurde. Mit zahlreichen
Abbildungen der Tötungsmechanismen, ihrer Macher, Warenhändler,
Industrialisierung der Produktion, Plakate oder Werbung wird hier halbwegs
spannend erzählt, und eben sowohl historische als auch technische Einblicke
gewährt.
Mama
zu verkaufen - Care Santos - Baumhaus (Bastei Lübbe):
Zusammen mit seiner Freundin Nora bastelt der achtjährige Oscar an einer
Anzeige: Sie bieten seine Mutter im Internet zum Verkauf an, die Rubrik heißt:
„Kauf und Verkauf von Dingen aller Art, ob nützlich oder nicht.“ ein Euro als
Starpreis... Langsam aber schleicht sich bei Oscar das schlechte Gewissen ein, ob die
Dinge, die er an seiner Mutter nicht mag, ausreichen, sie zum Verkauf
auszuschreiben? Er schreibt Listen der schlimmern Sachen, die sie gerne macht.
Sie liebe das kleine Baby mehr als ihn, dabei tue Oscar doch so viel und der
Kleine im Grunde gar nichts außer Mühe ebreiten. Und sie tut viel zu viel Paprika auf
die Pizza, obwohl er am liebsten nur
Käse draufhaben möchte. Irgendwann melden sich aber auch schon die ersten Interessenten: ein
rothaariger Junge, der sein Handy für Oscars Mama tauschen würde, und gleich
noch ein
Junge - dieser allerdings ohne Geld, aber er verspricht Oscar, für ihn ein ganzes Jahr
lang die Hausaufgaben
zu schreiben, wenn er seine Mutter mitnehmen darf. „Mama zu verkaufen“ heißt das hübsch gestaltete, humorvolle Buch von Care
Santos für Groß und Klein.
(Red.)