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Neu im Kino - 20.11.2011

Tom Sawyer

Tom Sawyer verbringt seine Freizeit meist an der Seite des „Herumtreibers“ Huckleberry Finn. Mit ihm träumt er von großen Piratenabenteuern, statt in der Schule brav die Bibel zu pauken. Und er heckt Streiche aus: Mal nimmt er Sargschreiner Muff Potter, einen gutmütigen Säufer, böse aufs Korn; mal macht er anderen Kindern mit List anstrengende Arbeiten schmackhaft, so dass sie ihn gar noch beschenken, um ihm das lästige Zaunstreichen abnehmen zu dürfen. Doch dann werden Tom und Huck zufällig Zeugen eines Mordes, den Indianer Joe begangen hat und den er Säufer Potter anhängen will. So stehen die Jungs vor einer schweren Entscheidung: mit ihrem Schweigen den Schreiner der Todesstrafe ausliefern oder aussagen und selbst zur Zielscheibe werden? Über 130 Jahre ist es mittlerweile her, dass Mark Twain die authentischen Geschichten um die beiden Freunde geschrieben hat. In der Neuverfilmung von Hermine Huntgeburth („Bibi Blocksberg“, „Die weiße Massai“) nun werden die seinerzeit ja auch separat erschienenen „Abenteuer des Huckleberry Finn“ ausgeblendet – darunter auch die Geschichte um den Sklaven Jim. Dafür geht es neben den bereits genannten Handlungssträngen auch um eine Schatzsuche und Toms Interesse am anderen Geschlecht. Doch der Streifen ist neben quasi allen Filmen mit Nachwuchs aus dem Hause Ochsenknecht mit das Unnötigste, was hierzulande die letzten Jahre für ein jüngeres Publikum produziert wurde. Alle zentralen Kinderrollen erscheinen holzschnittartig, Dialoge werden einfach nur heruntergeleiert und der aus heutiger Sicht ohnehin schon politisch inkorrekt wirkende Indianercharakter wird durch den schon lange für seine Eindimensionalität gefürchteten Benno Fürmann formal als auch inhaltlich wie eine schlechte Karikatur dargestellt. Dass das Halbblut vor seiner auch konkret nicht grundlosen Tat im ganzen Dorf allein aufgrund seiner Ethnie geschnitten wurde, wird viel zu beiläufig erzählt.

(Red.)