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Advent 2009 - 3. Türchen - Geschenketest

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Abhängen auch ohne Baum weit und breit

Dieses Geschenk wird der Bescherte mutmaßlich frühestens an warmen Sommer-tagen zu schätzen wissen. Wenn Sie sich gern in einer Hängematte in den Schlaf wiegen, für den Aufbau aber weder zwei Bäume, noch Pfosten oder Ähnliches zur Verfügung steht, oder wenn Sie auf einer hübschen Wiese nach einer Wanderung bzw. am Strand sich entspannen mögen, dann ist es vielleicht auch für Sie reizvoll, zu wissen, ob es sich lohnt das tragbare Gestell zu schultern. Wir haben's getestet.

In einer dunkelblauen Tragetasche mit gut einem Meter Länge und 25 Zentimeter Breite sind ein zusammengeklapptes Aluminium-Gestell, eine zusammengerollte Matte aus stabil anmutenden Material der gleichen Farbe, zwei Metallstäbe und eine einseitige Gebrauchsanweisung verstaut. In weniger (sic!) als einer Minute sei die Hängematte aufgebaut, preist der Händler auf seiner Webseite. Wir haben zwar gut drei Minuten gebraucht, finden dies aber einen absolut akzeptablen Zeitrahmen für ein hoffentlich ungetrübtes Relaxvergnügen.

Doch der Reihe nach: Als erstes gilt es, das Gestell - so weit es geht - auseinander zu ziehen. An ihm baumeln vier Sperrstifte, die dann - in passende Löcher gesteckt - das ganze Teil gut stabilisieren sollen. Eine Kappe soll dann auf jeden Stift geschraubt werden, damit diese nicht zufällig herausrutschen. Für einen ersten kleinen Schock beim Auspacken sorgte ein gerissenes Band - die drei anderen Stifte waren am Gestell an passenden Stellen ungestört festgebunden. Den fehlenden, vierten Stift fanden wir dann nach kurzer Suche in der Tragetasche. Die zweite Irritation wirkte nachhaltiger negativ: besagter Stift hatte gar kein Gewinde, die Kappe ließ sich somit nicht aufschrauben. Am nächsten Morgen haben wir beim Händler reklamiert, viele Tage später nochmal vergeblich nachgefragt. Dass es uns empfehlenswert scheint, dass alle Bänder und Schrauben für Stabilität sorgen, mag unbegründet sein, aber ärgerlich ist die mangelnde Abhilfe allemal. Zumal das Gestell auch insgesamt einen nicht übermäßig vertrauensvollen Ein-druck macht, wenn auch die selbst besorgte Schraube mit einem selbst erneuerten Band das geschilderte Problemchen aus der Welt geschafft hat: Offiziell wird die Tragkraft mit 150 Kilo angegeben, fünf Leute haben das Gestell ausprobiert - alle, teils deutlichst unter der 95 Kilo-Marke, doch keiner hat sich auf Anhieb rundum wohl gefühlt. Was aber in einigen Fällen auch nur an der Tatsache liegt, dass der Einstieg für etwas unsportliche Charaktere gewissermaßen eine kleine Fußangel bereit hält: das aufgeklappte Gestell ist zu breit, um unbedenklich ein- oder auszusteigen. Es kann leicht vorkommen, dass man auf die Aluminiumstäbe kommt. Auch ist die Liegefläche für Menschen über 1,75 Meter nicht vollends ausreizbar, Wer darunter liegt und erst einmal den Einstieg gemeistert und eine gute Position gefunden hat wird umgekehrt aber auch nicht leugnen wollen, dass der Liegekomfort an sich, dann doch sehr angenehm ist.

FAZIT: Knapp 100 Euro kostet die Hängematte mit Gestell, so der Produktname bei shoppingwunder.de - Versandkosten sind bei diesem Warenwert inklusive. Die Idee ist sehr reizvoll, mit der geschulterten Tragetasche ein hübsches Plätzchen anzusteuern, in einem Park, auf dem Campingplatz, am Strand -  aber wenn ein längerer Fußweg ansteht gilt es zu bedenken, dieses Teil zu tragen ist wohl eher nichts für Weicheier - rund elf Kilo stehen der Assoziation zum  Werbeversprechens "Die Tragetasche lässt sich auch leicht auf den Rücken schnallen" entgegen.

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Red.

Legende der Punktwertungen:

= schlichtweg herausragend

= empfehlenswert

= interessant

= zwiespältig

= ziemlich mau

= grausam