| Kulturtrüffel 2009 - 1. Kandidat |
Alev Lenz gilt als kraftvolle und variabele Songwriterin und Sängerin- das Debüt der 26-jährigen deutsch-türkischen Singer/Songwriterin mit dem Titel "Storytelling Piano Playing Fräulein" (My Own Record Company /Groove Attack - Rough Trade) wurde im Februar diesen Jahres veröffentlicht, als Produzenten fungierten Don Philippe (Freundeskreis) und in New York Fabulous Fab.
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Die Idee hinter der CD ist ein
imaginäres Gespräch zwischen zwei besten Freunden – einer Frau und einem
Piano, beide danach bestrebt, ihren Weg zu finden. Alev Lenz, die Frau mit
der orientalischen Seele, okzidentalischem Gemüt und kosmopolitischen
Visionen, malt mit ihrer klaren Stimme eindringliche, farbenfrohe Bilder,
singt 1000 und eine Geschichte – Geschichten eines anteilnehmenden Menschen,
der hofft zu finden wonach alle suchen: die Liebe. „Ich begann schon sehr
früh mit dem Klavierspielen,” erin-nert sich Alev Lenz (deren türkischer Name
übersetzt ‚Flamme’ bedeutet): „Mein erster Klavierlehrer hat mir gezeigt, wie
man Geschichten auf dem Klavier erzählen kann und ließ mich improvisieren. Er
brachte mir bei, wie man Emotionen in Klänge übersetzt, das bereitete mir
schon damals große Freude. Später wollte ich mich einfach nur frei entfalten
können, machte Krach und schrie, doch irgendwann wollte ich Klaviersongs in
mein Rockband-Repertoire aufnehmen.”
Das war der Zeitpunkt, an dem
deutlich wurde, dass Alev von ihrem Rockstar-Leben Abschied nehmen und einen
neuen Anfang machen musste - gemeinsam mit ihrem Piano. Die Metamor-phose vom
Frontmädchen zu einer erwachsenen Frau, die freigiebig ihr
Lieblingsinstrument, das Klavier, spielt und jede Menge Geschichten zu
erzählen hat, hatte begonnen. Alev erinnert sich: “Inspiriert von einem
deutschen Comedian, der nach New York gegangen ist, um dort
bei Open-Mike-Sessions mitzumachen, habe ich beschlossen, das auch zu tun.
Ich bin in ein Flugzeug gestiegen und sechs Wochen geblieben. Ich habe
gesungen, gespielt, geliebt und gelebt. Seitdem komme ich, wann immer ich
kann, nach New York zurück."
Wie ein Schwamm sog Alev Eindrücke auf, nahm ihre neue Umgebung mit der Begeisterung eines Menschen an, der seinen Platz gefunden hat. So passierte, worauf sie am allermeisten gehofft hatte: Geschichten wurden zu Songs und Songs, die zu Geschichten wurden, strömten aus ihr heraus: Ihr Soloalbum nahm Gestalt an. “Während des Hin- und Herpendelns zwischen Deutschland und meinem geliebten New York habe ich einen Produzenten in Berlin gefunden, und später auch noch einen Co-Produzenten in New York. Mit denen habe ich angefangen zu arbeiten, und das neue Material bei mehreren Auftritten vor Publikum ausprobiert. Dabei habe ich Konzerte von Künstlern wie Regina Spektor und Randy Newman besucht und viel gelernt von diesen Menschen, die wie ich Geschichten am Klavier erzählen. Da wusste ich: ‚Ich kann singen und spielen und damit die Leute unterhalten. Überall! Wie es mir gefällt. Es ist möglich! Es gibt jede Menge Leute, die das machen, und es gibt sogar noch mehr Leute, denen das gefällt.’ Das war der Moment, in dem ich anfing, noch mehr Konzerte zu bestreiten, mein Songwriting zu verfeinern und komplett neue Songs zu schreiben.“
Eines Donnerstag abends, als sie bei ihrem wöchentlichen Gig in einer kleinen Bar im Greenwich Village eintraf, fragte die Besitzerin: “So, erklär’ mal... Was machst du eigentlich genau?” Alev erwiderte: „Ich erzähle Stories.” - „Aha, und du spielst Klavier... also bist du eine ‘storytelling, piano playing’... was??? Deutsche?” - “Ja,” gab Alev zurück, und die Frau posaunte: „Also bist du ein Fräulein! Ein ‘Storytelling, Piano Playing Fräulein’”. So kam Alev zu ihrer neuen Identität und dem Namen, der später der Titel ihres Albums werden sollte. Der Kreis schloss sich, alles begann, Sinn zu machen.
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