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Zu letzteren Menschen gehren auch Bauingenieur Mladen und Lehrerin Marija. Die Beiden haben einen kleinen Sohn und kommen einigermaen ber die Runden, bis ein Arzt bei ihrem Kleinen einen schweren Herzfehler  feststellt. Wenn er nicht im Ausland operiert wird, stirbt der Junge. Rund 30.000 Euro sollen die Eltern irgendwie in krzester Zeit zusammenbringen. Einem Spendeaufruf in der Zeitung folgt ein Anruf eines Unbekannten. Mladen soll fr ihn einen Geschftsmann ermorden und dann bekommt er das Geld fr die Operation. Kalt ist es in Belgrad, nicht nur wegen der entsprechenden Jahreszeit sondern eben auch in menschlicher Hinsicht. Hervorragend gespielt, zeigt der Film, wie ein Mann sich zunehmend abkapselt, gefangen ist in der seelischen Enge, wie er immer weniger Luft zum Atmen kriegt +++ Der Uferpalast Frth zeigt derweil zwei Dokumentationen, die die Geschichte der RAF distanziert und aufschlussreich erzhlen. Ab 18.10. startet "Black Box BRD" von Andreas Veiel, der auf den Spuren von zwei uerst gegenstzlichen Mnnern wandelt, die beide ermordet wurden. Auf der einen Seite Alfred Herrhausen, der nach dem Besuch einer NS-Eliteschule schnell den beruflichen Aufstieg, bis zum Vorstandssprecher der Deutschen Bank, schafft. Ein rastloser Geschftsmann, dessen Verhandlungsgeschick nicht nur in der Wirtschaft, sondern auch in der Politik gefragt ist. Ihm gegenber steht Wolfgang Grams, aus einfachen Verhltnissen kommend mit groer musikalischer Begabung, der als Jugendlicher gegen das spieige Leben der Eltern rebelliert, der irgendwie die Welt verbessern will und der sich schlielich dem harten Kern der RAF mit allen Konsequenzen anschliet. Die ausgebrannte Limousine Herrhausens ist neben dem Bild des gefangenen Hans Martin Schleyer auch heute noch eines der bekanntesten Symbole fr das Treiben der RAF. Dass aber auch der Staat selbst noch Jahre spter zu kaltbltigen Ttungsaktionen bereit war, wird in der aktuellen Diskussion hierzulande gern vergessen: Wolfgang Grams starb whrend eines Schusswechsels bei einer vermeintlichen Festnahmeaktion auf dem Bahnhof von Bad Kleinen +++ Der zweite Film aus dem RAF-Spezial des Uferpalastes heit "Starbuck Holger Meins" und startet ab 19. Oktober. Meins hungerte sich 1974 im Alter von 33 Jahren zu Tode, die zwei Jahre davor hatte er in Haft verbracht, das Jahr davor im Untergrund. Zuvor, seit 1966, hatte er an der Berliner Filmhochschule DFFB studiert. Ende 1968 wurde er wegen seiner politischen Aktivitten von der Hochschule verwiesen. Er schloss sich der RAF an. Sein Kommilitone in den 60er Jahren, der Dokumentarfilmer Gerd Conradt, versucht sich dem Menschen Holger Meins zu nhern und spricht mit dessen Vater, mit Mitbewohnern oder Dozenten. So entsteht das Bild eines sensiblen, sozialkritischen, engagierten Menschen, der nach einem Sinn in seinem Leben suchte, immer radikaler in seinen Ansichten wurde, bis er schlielich berzeugt war, die Gesellschaft nur durch die rcksichtslose Anwendung von Gewalt aufrtteln und verbessern zu knnen +++ Wem diese hochpolitische Filmkost zu schwer erscheint, oder danach Zerstreuung braucht, kann sich bei zwei netten Animationen, zum einen ber putzige surfende Pinguine - "Knige der Wellen" (Admiral Palast) -, und zum anderen ber eine Ratte mit einer ganz feinen Nase und mit Ambitionen eines Sternkoches in Pixars "Ratatouille" entspannen. Gemessen an ihrem vordergrndigen Anspruch "nur" unterhalten zu wollen, zwei sehr ordentliche Filme +++ Und fr alle die den nicht minder netten Streifen Saint Jacques immer noch nicht gesehen haben, im Metropolis ist derzeit noch Gelegenheit +++ Auch Gucha ist in Nrnberg noch im Kino zu genieen, und zwar in der Meisengeige.

(red.)