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| DVD - 22.10.2011 |
Into Eternity
Nicht nur im laufenden Betrieb ist Atomstrom seit jeher WAA-hnsinn. Denn die diversen Kraft werke produzieren allein in Deutschland jährlich etwa 450 Tonnen hochradioaktiven Müll. Für die verbrauchten Brennstäbe gibt es zudem weltweit bisher kein Endlager, das auch nur ansatzweise als wirklich sicher bezeichnet werden könnte. Das Thema schier unendliche Halbwertzeit lässt grüßen. In Finnland zumindest hat man begonnen, in den Untiefen der Erde, namentlich in vermeintlich hochsoliden Felslandschaft en ein riesiges Tunnelsystem zu zimmern. Es soll irgendwann versiegelt werden und mindestens 100.000 Jahre „dicht“ halten. Eine unmöglich erscheinende Herausforderung, wenn man sich vor Augen führt, dass die ältesten bekannten Bauwerke der Menschheit, die Pyramiden, gerade einmal 10.000 Jahre alt sind. Was diesen Film zu einer der wichtigsten Dokus der letzten Jahre macht, ist weniger eine kritische Auseinandersetzung mit dem Thema Atom an sich, sondern der philosophische Aspekt, den Regisseur Michael Madsen einbringt. Denn er wagt tatsächlich den Spagat, das Ganze wie einen SF-Film aufzuziehen, stellt Fachleuten etwa die Frage, was sein wird, wenn Lebewesen in Tausenden von Jahren mit unseren heutigen Schriftzeichen nichts mehr anzufangen wissen, also Warnschilder vor dem Giftmüll an der Erdoberfläche oder in den ersten Metern zum Tunnelsystem sprichwörtlich ins Leere laufen.
(Oliver Renn)