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Buch - 24.10.2011

Die Kunst, aufzuräumen

Wenn er nicht gerade mit Kollegin Sieger als Komikerduo unterwegs ist und dafür einen Preis nach dem anderen einheimst, widmet sich Ursus Wehrli dem Thema Aufräumen. Scheinbar von Ordnungssinn besessen, ist er dabei aber nicht etwa nur in den eigenen vier Wänden zu Gange – er sortiert vielmehr sprichwörtlich auf Schritt und Tritt nach Farben, Größen und Formen ... Ein Wirrwarr von Sternen am Himmelszelt? Bei Wehrli sind sie in senkrechten Linien aufgereiht und verlieren so jeden Anflug von Romantik. Aus einer Buchstabensuppe ordnet er die Nudeln – natürlich alphabetisch. Auch mit der Unordnung im Sandkasten macht er Schluss: Schaufeln, Gießkannen, Spielzeugbagger, Eimerchen und natürlich auch Förmchen kommen nur penibel aufgereiht ins finale Bild. Und selbst ein geschmückter Tannenbaum wird feinsäuberlich in Zapfen, Holzanteil, Lametta oder Kugeln zerlegt. Der bei Kein und Aber erscheinende Bildband „Die Kunst, aufzuräumen“ zeigt im Zusammenspiel schlicht aberwitzig anmutende „Vorher/ Nachher“-Fotos. Teils wirken Wehrlis Einfälle auch ein wenig makaber, z.B. wenn sich wunderschöne Koi-Fische zu Fischstäbchen in einer Plastikschüssel verwandeln. Auch vor herumwuselnden Menschen kennt der Schweizer keinen Halt: egal ob Schüler auf dem Schulhof, Schwimmbadbesucher oder Skifahrer. Sie werden samt ihren Utensilien aufgeteilt und nach Reih und Glied ordentlich platziert.

(Red.)